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Wenn nichts mehr sicher ist, wird alles möglich

Wenn nichts mehr sicher ist, wird alles möglich

Oliver Klemm
von Oliver Klemm

Über Possibilisten, Kopfstände und eine Frage, die alles ermöglicht

Hej liebe Menschen,

vor ein paar Wochen bin ich vom Pferd gefallen. Rücken, Fraktur und viel Liegen.

Was ich mir seit Jahren gewünscht hatte, war plötzlich da: Zeit zum Lesen. Nur eben nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Da lag ich also, die Bücher vor mir, Zeitschriften daneben, und las. Anders als gewünscht, langsam und doch mehr als in den Monaten davor zusammen.

Und dann, irgendwo in der brand eins, ein Satz von Stephan A. Jansen, der sich sofort festgesetzt hat:

"Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war?"

Ich musste schmunzeln, noch einmal lesen und dann nochmal.

Weil die Worte so präzise zum Ausdruck bringen, was viele von uns gerade fühlen. Dieses leise, hartnäckige Warten auf eine Rückkehr. Auf Stabilität, auf Klarheit und auf ein "Früher", das in der Erinnerung schöner klingt, als es war. Auf eine Normalität, die, wenn wir ehrlich sind, so nie wirklich existiert hat.

Was wäre, wenn das Warten selbst das Problem ist?

Wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich. Die alte Ordnung knirscht, und man spürt es: in Gesprächen, in Nachrichten, in den Gesichtern von Menschen, die eigentlich alles richtig gemacht haben und trotzdem gerade nicht wissen, wo sie stehen.

Melanie und ich beobachten beinahe täglich, wie unterschiedlich die Einzelnen auf dieses Knirschen reagieren. Die einen klammern sich ans Gestrige. Die anderen starren wie gelähmt auf das, was noch nicht da ist. Und dann gibt es eine dritte Gruppe, die uns besonders fasziniert: Menschen, die geradezu neugierig nach vorne schauen. Die nicht beschönigen, aber auch nicht klagen. Die fragen: Was ist jetzt möglich?

Jansen nennt sie in seinem Artikel Possibilisten: "Die Ermöglicher". Wir mögen dieses Wort sehr.

Es ist kein Wort für Leichtgläubige. Es ist ein Wort für Menschen, die gelernt haben, dass Unsicherheit kein Endpunkt ist. Sondern ein Anfang.

Was du siehst, hängt davon ab, wie du schaust

Aus der Neue Narrative kennen wir ein Modell, das ziemlich gut dazu passt. Es beschreibt vier Haltungen, aus denen heraus wir auf Herausforderungen reagieren können:

Als MACHER packst du an. Wenn das Alte wegbricht, baust du etwas Neues. Du magst das Spürbare, das Konkrete, den nächsten Schritt.

Als MANAGER strukturierst du. Du schaffst Orientierung in Unklarheit. Du bringst Ordnung dorthin, wo andere Chaos sehen.

Als REISENDER lässt du los. Du beobachtest, wohin es dich zieht. Du vertraust dem Prozess mehr als dem Plan.

Als VISIONÄR fragst du nach dem Wozu. Du siehst das große Bild, wenn alle anderen auf die Scherben schauen.

Keine dieser Haltungen oder Rollen ist besser als die andere. Aber du weißt wahrscheinlich sofort, welche bei dir gerade dominiert. Und du spürst vielleicht auch, welche gerade fehlt.

Was wäre, wenn du die eine Rolle, die bei dir gerade brachliegt, einfach mal ausprobierst?

Perspektivwechsel: Alles steht Kopf

Melanie macht fast täglich einen Kopfstand. Ich eigentlich auch, aber der Rücken macht da gerade nicht mit. Also habe ich mir unseren Feetup-Hocker umgedreht und auf die Schulter gepackt.

Perspektiv


Bei einem Kopfstand verändert sich nicht die Welt, sondern der Blick auf sie. Licht, Geräusche, Formen, Abstände, Menschen. Alles ist noch da. Und doch zeigt sich manches plötzlich anders. Manchmal reicht genau das, damit etwas sichtbar wird, das eben noch übersehen wurde.

Im NLP gibt es einen wunderbaren Satz dafür:

Ein Problem ist eine auf dem Kopf stehende Lösung.

Nicht als Verniedlichung. Nicht als "wird schon gut". Sondern als ernstgemeinte Einladung: Was würdest du sehen, wenn du die aktuelle Lage einmal umdrehst? Was ist jetzt sichtbar, was vorher die Oberfläche verdeckt hat?

Wenn du das Foto von uns siehst, musst du zweimal hinschauen. Melanie steht Kopf, Haare zu Berge, Haltung perfekt. Ich stehe daneben, Hocker auf dem Kopf, noch mit Ziehen im Rücken. Dann haben wir das Bild um 180 Grad gedreht. Auf einmal stehe ich auf dem Kopf und Melanie steht richtig. Trotzdem stehen ihr die Haare zu Berge.

Weil der Blickwinkel alles verändert. Manchmal hilft es auch einfach, einen Schritt zurückzutreten und neu hinzuschauen.

Was wir gerade brauchen

Wer die Welt verändern will, kann das nur mit den Menschen tun, nicht gegen sie. Dieser Satz klingt selbstverständlich. Aber schau dich gerade ehrlich um. Wie viel davon passiert wirklich?

Was diese Zeit braucht, sind mehr Possibilisten. Menschen, die nicht auf die Rückkehr von etwas warten, das es nie gab. Sondern die fragen: Was entsteht jetzt gerade, wenn ich genau hinschaue? Was kann ich heute tun? Mit wem?

Das ist keine naive Hoffnung. Das ist, wie Wandel entsteht.

Dein Perspektivwechsel für die kommenden Tage

Nimm dir drei Minuten. Schreib auf, was gerade bei dir Kopf steht. Nicht um zu klagen, sondern um zu fragen: Was könnte dieser Moment möglich machen, wenn du anders draufschaust?

Und falls du das lieber im Gespräch tust: Unsere Campfire-Abende sind genau dafür da. Kein Vortrag, kein Coaching. Echte Gespräche, mit Menschen, die auch gerade suchen und schauen.

Vor Ort in Bretten: Freitag, 8. Mai, Freitag 10. Juli und an weiteren Terminen. Und am 24. Juni auch zum ersten Mal auch online via Zoom, ebenfalls um 19 Uhr.

Wir freuen uns auf dich

Oliver


PS: Wir erstellen gerade eine neue Übersicht mit Links zuMenschen, Texten, Podcasts, Veranstaltungen und Ideen, die zeigen, wie viel Gutes da draußen gerade entsteht. Demnächst auf zukunftspfad.com.

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Quellen: Stephan A. Jansen, brand eins April 2026. Neue Narrative.


Oliver Klemm
Oliver Klemm
Oliver ist Mitgründer von ZukunftsPfad® und begleitet Menschen dabei, ihre berufliche Zukunft bewusst zu gestalten. Mit Erfahrung aus Transformation, Innovation und der Überzeugung, dass gute Zukunft durch echte Begegnung entsteht.

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