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Es war Montagabend, Ende einer guten Trainingsstunde im Stall. Ich kümmere mich einmal die Woche um das Pferd einer Freundin. Wir hatten wirklich miteinander gearbeitet, beide konzentriert, beide präsent. Die Stunde war fast rum.
Und dann, mal eben noch kurz aufsitzen.
Was danach kam, war schnell. Noch schneller: die Landung. Fast 90 Kilo, aus über anderthalb Metern Höhe, auf dem Rücken, unangekündigt. Zum Glück waren Menschen in der Halle. Der Rücken hat mehr abbekommen als zunächst gedacht, aber ich bin auf dem Weg.
Jetzt sitze ich auf der Terrasse, halb liegend, halb sitzend. Für den Schreibtisch schmerzt der Rücken noch zu sehr.
Während ich so sitze und die Reflexion meines unfreiwilligen Abstiegs nachhalle, höre ich das wöchentliche Mantra meiner Reitlehrerin:
"Du bist mit dem Kopf nicht hier. Wie soll dein Pferd wissen, was es tun soll, wenn du selbst ganz woanders bist?"
Das Pferd kann in den meisten Fällen nichts dafür, oft liegt es am Reiter. Unachtsamkeit, der Kopf längst fünf Schritte weiter, schon im nächsten Tag, im nächsten Thema, weit weg vom Moment.
Ich musste lachen. Und dann nachdenken.
Nicht nur auf Pferden, sondern in Meetings, beim Frühstück, im Gespräch, das eigentlich wichtig wäre. Im eigenen Leben.
Sorgen wandern durch den Alltag. Unsicherheiten überall. Und die Stimmen, die Lust auf Zukunft machen könnten, erzeugen lieber Druck. Die Nachrichten zeigen uns, was schiefgeht. Die Politik streitet darüber, wer schuld ist. Und viele Menschen, die eigentlich Orientierung geben könnten, wählen Worte, die eher Angst machen als Mut.
Das Ergebnis: Viele sind innerlich erschöpft, nicht weil das Leben so schwer ist, sondern weil sie keine Vorstellung davon haben, wohin es gehen könnte. Keine Bilder, kein Morgen, auf das es sich lohnt hinzuschauen.
Rutger Bregman argumentiert in 'Im Grunde gut', dass Menschen von Natur aus kooperativ und zukunftsfähig sind, aber nur dann, wenn sie sich gegenseitig das Beste zutrauen. Misstrauen und Angst blockieren genau das. Sie engen den Blick ein, auf das Schlechte, das Drohende, das Unvermeidliche. Wer hingegen echte Bilder einer guten Zukunft vor Augen hat, beginnt anders zu handeln, kooperativer, mutiger, konkreter.
Was uns fehlt, sind keine besseren Argumente. Was uns fehlt, sind Bilder.
Bilder von einer Zukunft, die sich gut anfühlt, die man sehen, hören und spüren kann. Noch unscharf, noch nicht fertig, aber greifbar. Das klingt vielleicht weich, ist es aber nicht.
Sportler nutzen mentales Rehearsal seit Jahrzehnten. Astronauten trainieren kritische Manöver hundertfach im Kopf, bevor sie sie real ausführen. Der Grund: Unser Gehirn unterscheidet nicht zuverlässig zwischen dem, was wir intensiv vorstellen, und dem, was wir wirklich erleben. Dieselben neuronalen Bahnen werden aktiviert, dieselben Reaktionen vorbereitet.
Was fehlt, ist Raum dafür, Zeit und Menschen, mit denen man diese Bilder teilen kann, ohne komisch angeschaut zu werden.
Eine Frage, die ich dir mitgeben möchte: Wie sieht ein ganz normaler Dienstagmorgen in drei Jahren für dich aus, wenn es gut läuft? Nicht der große Traumtag, einfach ein ganz normaler Morgen. Was siehst du, was hörst du, wie fühlt sich der Tag an, bevor er richtig begonnen hat?
Das ist mein Mantra, seit einer Weile schon.
Nicht wenn jemand da oben es für uns löst, nicht wenn der richtige Politiker auftaucht oder das richtige Programm kommt, sondern wenn Menschen aufeinandertreffen, die alle eine Vorstellung davon mitbringen, wie ein gutes Morgen aussehen kann. Wenn diese Bilder im Gespräch klarer werden und aus losen Gedanken erste Schritte entstehen.
Ich denke an den Begriff Zukunftslust. Den finde ich schön, weil er genau das beschreibt: nicht die Pflicht, Zukunft zu gestalten, sondern die Lust daran.
Denn wenn nichts mehr sicher ist, wird plötzlich wieder alles möglich.
Genau dafür sind unsere Formate entstanden.
Mit der Scout-Map Live bekommst du einen ersten geführten Abend online. Du kommst zur Ruhe, lässt dich in eine Imagination ein und spürst, wie sich ein klares Bild der eigenen Zukunft anfühlt, mit Menschen zusammen, die ähnliche Fragen mitbringen. Egal wo du gerade bist. Es geht nicht ums Fertigsein, es geht ums Anfangen. Wenn dich das anspricht, schau gerne rein.
Wer lieber am echten Feuer sitzt und in der Nähe von Bretten ist: Unsere Campfire-Abende vor Ort gibt es auch, meld dich einfach.
Und vielleicht ist es auch dieser eine Moment, in dem ein Mensch wieder ganz als Mensch da sein darf. Nicht als Fall, nicht als Sorge, nicht als Aufgabe. Einfach nur da, im Licht, mit einem Satz, der bleibt.
Vielleicht muss man Menschen manchmal wirklich nur ernst nehmen. Mehr nicht. Aber ist das nicht schon erstaunlich viel?
Und vielleicht fängt genau das mit einem einzigen Bild an.
Von der Terrasse,
Oliver
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